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Tagesberichte

13./14.03.2007 Es war versprochen
Der Jeep® Wrangler Unlimited Höhenweltrekord ist jetzt Wirklichkeit. Mit einem Rad in... 
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GESCHAFFT!! Neue absolute (bestätigte) Weltrekordhöhe für Kraftfahrzeuge von 6.646 Meter über NN erreicht




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Euro Camp Jeep feiert Höhenweltrekord
Auf Einladung von Daimler Chrysler besucht Matthias Jeschke derzeit das Euro Camp Jeep in... 
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D-65549 Limburg
Tel.:+49 6431 284177
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Fax:+49 6431 284917

 

13./14.03.2007
Es war versprochen

Der Jeep® Wrangler Unlimited Höhenweltrekord ist jetzt Wirklichkeit.
Mit einem Rad in Chile, mit einem Rad in Argentinien fahren wir am 13.03.2007 mit zwei identischen, serienmäßigen Jeep® Wrangler Unlimited Rubicon 3.8 V6 auf eine schier unglaubliche Höhe von:

6.646 Meter über NN

Nur 247 Meter unterhalb des Gipfels des Ojos del Salado/ Chile-Atacama erreichen wir den Gipelkamm zwischen den beiden Sekundärgipfeln.

 

  

Bevor ich die Geschichte des Rekordtages erzähle, möchte ich einen besonderen Dank an meine Familie, insbesondere an Karin, Christian, Nicole und Doris Jeschke und mein gesamtes Team aussprechen, ohne dessen enormes sichtbares oder unsichtbares Engagement diese Leistung nicht möglich gewesen wäre.

Mein Dank gilt Andreas Dolz, Dieter Glöß, Hubertus Franz, Joachim Beyer, Hans Siebenhaar, Sabine Jost-Schmitt, Jürgen Malieske, Eleonore Wangler, Dominik Liebehenz, Hendrik Pfefferkorn, Oliver Korac, Benjamin Strobel, Enrico Glöß, Andreas Stöhr, Eckhart Müller, Volker Schmidt, Barbara Kerscher, Brita Matthiesen, Thomas Stark, Jan Liska, Alexander Wohlfart, Felipe Avilés, Sebastian Martinez, Rodrigo Montalban, Mario Sepulvera and Maurico Orellana.

In aller Form und ausdrücklich danke ich den Männern und Frauen in den Unternehmen, die uns unterstützt und gefördert haben, für ihr Vertrauen in mein Wort. Im Besonderen Florian Laudan und Ralf Glaser (DaimlerChrysler/Jeep® Deutschland), Christian Fischer und Jörn Stövesand (Goodyear Deutschland), Hugo Burgers (Warn Europe), Bernhard Wagenknecht (ODG Kanada) und Axel Taubenreuther (Taubenreuther).

Und ich danke allen, die im Hintergrund gewirkt haben, deren Namen mir in meiner momentanen Verfassung nicht einfallen oder, die mithalfen, ohne dass ich davon Kenntnis hatte.

Es war ein Tag der Entscheidung. Auch wenn ich es morgens noch nicht wahrhaben wollte, zeichnete sich ab, dass es ein besonderer Tag werden sollte. Ein Tag, an dem etliche Männer Emotionen zeigen würden.     

Ich hatte die ganze Nacht sehr schlecht geschlafen, mich hin und her gewälzt, war hochgeschreckt und ganz schlecht drauf, als ich aufstand. Symptome, die ich von anderen wichtigen Tagen der Entscheidung her hätte kennen und deuten müssen.

Vielleicht wollte ich aber auch einfach keinen Gedanken an einen eventuellen so frühzeitigen Erfolg verschwenden. Meine Gedanken waren bei der Gletscherüberquerung.

Wie oft würden wir einbrechen? Wie viele Reifen würden wir an dem messerscharfen Büßereis zerschneiden? Würden wir die geistige und physische Kraft besitzen, die Reifen in 6300 Meter zu wechseln und wie oft würden wir den jeweils anderen Wagen auf dem Eis sichern können, um ihn mit den Winden bergen zu können? Würden die Wagen das Aufschlagen auf die Eisspitzen überstehen?

Ein Wahnsinn, den wir vor uns hatten.

Wir brachen um 6.00 Uhr auf, um mit den ersten Sonnenstrahlen auf 5900 Metern zu sein. Am Abend zuvor hatte es noch heftig am Ojos geschneit und ich war mir nicht sicher, ob wir wirklich am Berg arbeiten konnten. Einen weiteren Tag des Wartens hätten wir uns, nach meiner Vorstellung, nur schwer leisten können.

Als wir um 7.30 am Einstieg zur Felsrinne den erneuten Aufstieg begannen, zeigte sich jedoch,  dass zumindest im unteren Drittel des Vulkans weite Teile schneefrei geblieben waren. Nach nur 2 Stunden erreichte das gesamte Team mit dem zu transportierenden, notwendigen Material (dazu gehörten Überfahrhilfen und Kraftstoff) die Fahrzeuge, die wir am Gletschersee tags zuvor abgestellt hatten.

Bereits im Basislager hatten wir besprochen und festgelegt, wer in der Lage sein würde, in großer Höhe zu arbeiten und die Strapazen des Tages aus zu halten. Insgesamt nahmen 12 Personen teil, die in die Jeeps stiegen und bis zum Gletscher auf 6340 Meter aufstiegen. Der Rest des Teams wünschte allen Glück und stieg nach der Verabschiedung und einigem Warten wieder auf 4500 Meter ab.

Einschub: Von einem Leser hörte ich die Frage: Was ist denn schon Besonderes daran, da rauf zu fahren? Antwort: Es ist möglicherweise lebensgefährlich. Unter anderem, weil wir für den Erfolg sehr hart arbeiten mussten und keinen Sauerstoff einsetzten. Niemand, der nicht selbst diese Höhen erlebt hat, kann sich die Anstrengungen wirklich vorstellen.

Als wir auf dem Gletscher ankamen, teilten wir die Mannschaft zunächst, um sie bei der Querung wieder zu vereinigen. Hans Siebenhaar begann die vom alten Weltrekordpunkt aus  rechte Seite zu erkunden, das Kamerateam bezog Position auf einer Anhöhe, die Ranger brachten das Material in Position und ich durchlief die linke Gletscherseite.

Der Gletscher erstreckt sich über die gesamte Hochebene, die sich direkt unterhalb der Gipfelflanken der Haupt- und Nebengipfel des Ojos ausdehnt und fällt an der schmalsten Stelle rund 200 Meter steil ab. Genau an dieser Stelle, oberhalb der Gletscherwand, wollten wir die Querung versuchen. Grund dafür, war die durch starken Wind an dieser Stelle relativ harte und weitestgehend geschlossene eisige Oberfläche. An anderer Stelle wäre nach unserer Einschätzung eine Überfahrung unmöglich.

Nach einiger Zeit des Routensuchens, bekam ich von Hans über Funk die Meldung, dass er den besten Einstieg gefunden hatte. Es ging los.

  

Dieter und ich entschlossen uns langsam hintereinander zu fahren, um gegebenenfalls sofort sichern zu können. Die Warn Winden waren bereit, hatten sie uns doch schon auf dem Gletschersee optimale Dienste geleistet und eine Querung ermöglicht.

Ich fuhr als Erster und begann langsam auf die Eisfläche zu fahren. Zwischen dem festem Boden und der Eisfläche lagen jedoch rund 40 Meter aufgebrochenes Eis und Schneewehen. Schon auf den ersten Metern brach mein Jeep® in das Büßereis ein. Langsam ging es also nicht.

Zweiter Anlauf, diesmal mit Speed – ich wollte es wissen – krachte der Jeep® zwar in dieselben Löcher, hatte jedoch genügend Schwung, um wieder frei zu kommen. 2x, 3x, 4x krachte es, als brächen die Achsaufnahmen raus, die Büßereisstangen schnitten Muster in die Reifenflanken, aber: es passierte nichts außer, dass ich plötzlich mit F1 auf fester Eisfläche stand. Riesen Jubel natürlich bei allen Beteiligten. Dieter kam mit F2 auf dieselbe Weise nach. Wir hatten den Einstieg geschafft.

Hans war derweilen weitergelaufen und markierte uns die günstigste Fahrroute immer mit den linken Rädern an aufbrechendem Eis entlang, um Halt zu haben und nicht nach rechts abzurutschen. Es war phänomenal, was die Goodyear Wrangler MTR auch besonders bei dieser Gletscherquerung aushielten. Mit nur 0,5 bar Luftdruck trotzten sie allen Widrigkeiten – ob scharfe Steine, messerscharfes Büßereis, Schnee, Seitendruck – egal.

Jeder weiß, dass es für mich und viele, die mich bisher auf Expeditionen begleitet haben, keinen besseren Off Road Reifen gibt – und jeder, der mich wirklich kennt, weiß, dass ich das nicht aus Partnerzwang sage – sondern weil der Goodyear Wrangler MTR dies immer und immer wieder unter absolut extremsten Bedingungen unter Beweis gestellt hat.

Bei dieser Expedition hat er seine Ausnahmestellung abermals für alle Beteiligten und später für alle, die die Bilder sehen werden, sichtbar gemacht.

Weiter ging’s im Kriechtempo der Ojos Flanke entgegen. Die Jeep® krachten klaglos in die Löcher, fuhren wieder raus und vorwärts ging’s. Wir jubelten uns per Funk zu. Keiner hätte heute Morgen geglaubt, den Gletscher so befahren zu können. Nicht einmal mussten wir die Überfahrhilfen einsetzen. Nicht einmal! Die Wrangler sind nicht zu schlagen.

Dann doch noch Gletscherarbeit. Fast am Ende des Eisfeldes angekommen, versank ich in einer tiefen Schneewehe – Dieter musste mich mit der Warn rausziehen. Beim zweiten Anlauf setzte ich etwas weiter links an und war wieder auf dem Festland. Dieter kam nach und die Freude war überwältigend. Wir hatten es geschafft. Als erste Menschen mit Kraftfahrzeugen den Gletscher am Ojos del Salado überquert. Und das Beste: An der Stelle, an der wir nun standen, waren wir bereits 8 Meter über der alten Rekordmarke. Neuer Weltrekord!

Hans, der mittlerweile bis auf 6395 Meter aufgestiegen war, markierte uns nun den Weg bis zu einem kleinen Hügel in der Flanke. Als wir ihn mit den Wagen erreichten, ließ er als Erster seinen Emotionen freien Lauf. Die anderen und ich sollten später folgen.

Vor uns lag nun die offene Flanke des höchsten Vulkans der Erde; ein weites, immer steiler werdendes Geröllfeld auf dem Weg zum Kraterrand bzw. Richtung des 2. Sekundärgipfels. Alle 12 Männer waren beisammen und alle stiegen ein! Jeder Jeep® war nun mit 6 Personen und Material besetzt/ beladen (2/4/1). Dieter und ich gaben Vollgas. Das hieß Untersetzung, 1.Gang, Stabilisatoren ausgekoppelt, Differentiale vorne, in der Mitte und hinten gesperrt. Die Maschinen drehten bei 7000 1/min und mehr. Es ging immer höher. Die Stimmen der Männer in meinem Wagen überschlugen sich, jeder sprach oder rief die Zahlen auf den beiden GPS Geräten mit, die immer höher stiegen.

Ich hatte den Wunsch 6500 Meter zu erreichen. 6470, 6480, 6490, 6500, 6510, 6520. Erst bei 6520 Meter ü. NN blieben beide vollbesetzten Jeeps in dem lockeren Vulkangestein stecken. Ein Wahnsinn!Alle Mann und Gepäck raus hieß es nun. Unbeladen wollten wir höher. Ich manövrierte F1 langsam rund 200 Meter zurück, Dieter tat es mir gleich.

Dann der zweite Anlauf, genau wie oben. Die Motoren ließen ihren unbedingten Willen zur Höhe hörbar werden, ich hielt das Lenkrad, als wollte man es mir klauen. Höher und höher stieg mein Wagen auf. Vorbei an den Teammitgliedern, die sich auf 6520 Meter versammelt hielten. Ich wollte es wissen. Unbedingt.

Das Gaspedal voll am Bodenblech, keinen Millimeter nachgebend, die Hände ins Lenkrad verkrallt, ich war total fixiert. Um höher zu kommen, musste ich einem Schneefeld nach links ausweichen. Mein Jeep driftete immer weiter ab, 50, 100, 150 Meter quer zum Hang. Aber er krabbelte und krabbelte Meter für Meter nach oben. Dann das Ende. Auf gigantischen 6562 Meter blieb F1 stehen. Kein Wagen war jemals höher. Festgefahren im Vulkansand.

Jedoch: Für 42 weitere Höhenmeter hatte ich meine Ideallinie um rund 150 Meter verlassen. Noch wusste ich nicht, was dies bedeuten sollte, hatte aber ein sch... Gefühl im Magen, als ich ausstieg und nach unten sah. Mein zweiter Gedanke war: Wo ist Dieter?

F2 hatte es nicht geschafft. Dieter war weiter unten mit seinem Jeep® in meiner Spur stecken geblieben. Wir funkten und es war klar: er musste hoch. Wir wollten mit beiden Fahrzeugen die neue Weltrekordhöhe markieren. Etwas erreichen, was nach uns keiner mehr schaffen soll.

Und so gab Dieter noch mal Gas. Das gleiche Spiel. Ich denke es war die gleiche Situation in seinem Wagen, er muss ähnlich gefühlt haben wie ich. Ich schrie von außen Kommandos ins Funkgerät, wollte ihn hochpeitschen. Ob er sie hörte, weiß ich nicht. In jedem Fall fuhr er perfekt. Auf einer Spur neben meiner, zwischen den Schneefeldern durch. Und er kam hoch. F2 erreichte die Rekordhöhe von 6562 Meter ü. NN und blieb wenige Minuten nach F1 unmittelbar neben ihm stehe.

Jeep® Parking Only hieß es hier.

Wir freuten uns wie die Schneekönige. Das Team war mittlerweile aufgestiegen und fiel sich in die Arme. Die Fahnen wurden geschwenkt, mehrere der vielleicht höchsten Fernsehinterviews gegeben und kräftig fotografiert. Vergessen waren für mich kurzfristig die Gedanken an das „wie zurück“.

Dann musste es relativ schnell gehen. Einzelnen im Team ging es in dieser Wahnsinnshöhe zunehmend schlechter. Hans und Hubertus mahnten zum unbedingten Abstieg. Ich entschied, dass ich mit Dieter und den Rangern an den Fahrzeugen blieb, während der Rest der Mannschaft sich auf den Rückweg zum Gletscher machte. Keiner ahnte zu diesem Zeitpunkt, was noch geschehen sollte.

Ich sage immer: mein bester Partner bei all meinen Aktionen ist die Angst. Sie schärft die Sinne und bewahrt mich vor Unglück. Jetzt war sie wieder da und sie war massiv.

Zunächst versuchte ich den Rückweg von F2 zu sichern und bat Dieter einzusteigen. Von außen gab ich Kommandos, doch trotz noch so vorsichtigen Aktionen bekamen wir F2 nicht gesichert auf den Rückweg. Immer schräger stellte sich der Wagen. Unter uns 300 Meter Geröll, Schnee, Eis. Keine Chance in der Flanke zu drehen. Sche...

Dieter stieg wieder aus, wir besprachen uns. Nach kurzer Zeit war klar: Es gab für uns und die Fahrzeuge nur einen einzigen Weg. Nach oben. Wir mussten versuchen den über uns liegenden Gipfelkamm zu erreichen und dort zu drehen. Von unten sah die Fläche breit genug aus.

Da Dieters Jeep® mittlerweile schräg unter meinen gerutscht war, startete Dieter den Versuch, ich tat es ihm nach. Mit Vollgas die Kupplung knallen lassen, das Lenkrad umkrallen, hoffen und kämpfen, es schaffen wollen – es müssen! Dieter driftete mit F2 Meter für Meter an Höhe gewinnend über 300 Meter quer zum Hang, erreichte eine gefrorene Rinne, fuhr weiter hinauf und erreichte etwa die Mitte des Gipfelkamms bei knapp 6620 Meter. Ich tat mit F1 dasselbe. Unglaublich, wie die Jeep® Wrangler  Meter um Meter erklommen, während sie schräg zum Hang rutschten. Als ich Dieters Parkposition erreicht hatte, signalisierte ich ihm weiterfahren zu wollen und fuhr F1 anschließend bis auf den höchsten für Fahrzeuge anfahrbaren und jemals mit Fahrzeugen erreichten Punkt der Welt:

Ein kleines Plateau am Ende des Gipfelkamms, direkt unterhalb des Sekundärgipfels des Ojos del Salado, des höchsten Vulkans der Erde auf: 6642 Meter ü. NN (vor Nasa Überprüfung). Dieter tat es mir nach.                     

Unglaublich, gigantisch, phänomenal.

Ja wir haben unsere Grenzen überschritten.

Mehr kann man dazu nicht sagen.

Natürlich haben alle alles gegeben. Natürlich sind wir zurückgekehrt. Natürlich war es noch extrem schwierig. Natürlich waren wir mehr als froh am Abend sicher mit allen wieder im Basislager gewesen zu sein. Natürlich waren wir völlig erschöpft. Natürlich.

Vielleicht eins noch. Als wir alle am Abend auf dem kleinen Holzvorsprung unserer Hütte standen und zum Ojos blickten, bildete sich dort ein schmales Wolkenband auf der Höhe des Hochplateaus und umschloss den Vulkan der Vulkane wie einen Kranz ... WIE EINE KÖNIGLICHE KRONE.

Danke.

Am 21.03.2007 wird das Team wieder in Deutschland sein.

 

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